FAQ Lasttrennschalter-Sicherungs-Kombinationen

Welche Vorschriften beschreiben die Anwendung von Schalter-Sicherungs-Kombinationen?

IEC 62 271 - 105 beschreibt sehr ausführlich das Zusammenspiel von Hochspannungssicherungen nach IEC 60 282-1 und Lasttrennschaltern nach IEC 62 271 - 103.

Welche Aufgabe hat IEC 62 271 - 105 im Sinne des Anwenders?

Die Vorschrift hilft bei der Auswahl der Sicherungen auf der Basis des Übernahmestromes und der Öffnungszeit des Schalters (Angabe des Schalterherstellers) sowie des Übernahmestromes und der Lichtbogenstehzeit der Sicherung. Wegen der Komplexität der Auslegung sollten Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

Welche Bedingungen stellt IEC 62 271 - 105?

Der Nennübernahmestrom des Schalters muss größer als der Übernahmestrom der Sicherung sein. Dieser Vergleich erfolgt bei der vorgegebenen Öffnungszeit des Schalters. Der Nennübernahmestrom des Schalters muss ebenso größer als der maximale Kurzschlussstrom sein. Die Berechnung dieses Stromes erfolgt über die rel. Kurzschlussspannung. Der Einschaltstrom des Transformators muss kleiner als der Kennlinienwert der Sicherung bei etwa 100 ms sein. Typische Werte des Einschaltstromes liegen beim 6 - 12fachen Transformatornennstrom. Der Lastschalter hat die Leistungsabgabe der Sicherungseinsätze im Nenn- und Überlastbetrieb aufzunehmen.

Was bedeutet der Nennübernahmestrom?

Der Nennübernahmestrom trennt prinzipiell die Funktionsbereiche der Sicherung und des Schalters. Ströme oberhalb des Nennübernahmestromes werden von den Sicherungen unterbrochen. Bei Strömen unterhalb dieses Wertes unterbricht der Schalter, wobei dieser von den Schlagstiften der schaltenden Sicherungseinsätze getriggert wird. Typische Werte des Nennübernahmestromes betragen bei 10 kV etwa 800 bis 1600 A und bei 20 kV 600 bis 1200 A. Der Übernahmestrom wird bei der sog. Schalteröffnungszeit angegeben. Diese Zeit beginnt beim Schmelzen der Schmelzleiter in der Sicherung und endet mit der Unterbrechung des Stromes. Typische Werte liegen bei etwa 30 bis 200 ms.